FLIEGENFISCHEN – DER ULTIMATIVE RATGEBER!

Autor: <a href="www.angelfabrik.de/ueber-uns/">Katharina</a>  | Aktualisiert: 03. Februar 2021

Autor: Katharina | Aktualisiert: 03. Februar 2021

Fliegenfischen – diese majestätisch anzusehende Technik wird häufig als die Königsdisziplin der Angelkünste angesehen. Zurecht. Die sogenannte „Fliege“ (damit gemeint ist natürlich der Köder) perfekt zu werfen, stellt den Angler nämlich nicht nur vor eine künstlerische, sondern vor allem vor eine sportliche Herausforderung. Ein Insekt so zu imitieren, sodass ein Fisch ausgetrickst werden kann, ist gar nicht so einfach, wie es vielleicht aussehen mag. Fliegenfischen könnte sogar als eine Kombination aus Angeln und Jagen bezeichnet werden: Man ist ständig in Bewegung; wandert am Gewässer, an dem man sich befindet, entlang; beobachtet das Geschehen in seinem Umfeld; fokussiert sich auf die Wasseroberfläche und registrierst jede noch so kleine Regung. Mit viel Konzentration, Geschick und Grazie versucht man dann, einen Fisch zum Anbiss zu verleiten.

1 Fliegenfischen - Grundlagen

1.1 Unterschiede zum "normalen" Angeln

Zunächst ist es wichtig, zu verstehen, dass Fliegenfischen nicht mit dem normalen Angeln gleichgesetzt werden kann. Bei den beiden Techniken gibt es nämlich wesentliche Unterschiede. Wie es der Name vielleicht schon verrät, kommt beim Fliegenfischen ein etwas anderer Köder – die sogenannte Fliege – zum Einsatz. Für das herkömmliche Angeln wäre das Gewicht eines solchen Köders eher ungeeignet, da es viel zu leicht wäre. Einen weiten Wurf tätigen, könnte man damit nicht. Aus diesem Grund wird beim Fliegenfischen eine spezielle Schnur, die etwas mehr wiegt, verwendet. Nur so ist es möglich, die Fliege auch tatsächlich zum Fliegen zu bringen. Auch die Rolle einer normalen Angelrute unterscheidet sich von jener, die für das Fliegenfischen herangezogen wird.

1.2 Zielfische

Die Technik des Fliegenfischens kann man eigentlich auf nahezu jedem Gewässer praktizieren – es müssen nicht zwingend Bäche und Flüsse, in denen sich Lachse und Forellen aufhalten, sein. Fischarten, die mit dieser Angeltechnik gefangen werden können, gibt es schließlich genug. Darunter beispielsweise Äsche, Aal, Alande, Döbel, Barsch, Saibling, Tarpun, Hecht, Zander, Grätenfisch, Stachelmakrele, Rapfen usw.

2 ARTEN DES FLIEGENFISCHENS

Generell basiert das Fliegenfischen auf einem speziellen Wurfprinzip. Anders als beim normalen (Grund-)Angeln, wird sich hier das Schnurgewicht zunutze gemacht – damit lassen sich die Köder (Trockenfliegen, Nassfliegen, Nymphen oder Streamer) an das gewünschte Ziel befördern.

2.1 TROCKENFLIEGENFISCHEN

Angelhandschuhe gibt es in den verschiedensten Ausführungen, Farben und Formen. Wie bei jedem anderen Textil, spielt auch bei ihnen das Material eine entscheidende Rolle. So gibt es welche, die aus Leder, Baumwolle, Neopren, Spnadex (besonders reißfestes Elastan), Softshell oder Fleece gefertigt sind. Jeder dieser Stoffe besitzt seine individuellen Eigenschaften – manche sind besonders warm, wasserdicht und atmungsaktiv, andere überzeugen durch ihre Bissfestigkeit, die gerade beim Raubfischfang wichtig ist, oder durch ihre Feinfühligkeit im Umgang mit der Angelrute. Die oben genannten Materialien kommen ferner auch für verschiedene Jahreszeiten in Frage. Gerade Winterhandschuhe müssen zum Beispiel atmungsaktive und wasserabweisende Funktionseigenschaften aufweisen. Im Sommer ist man froh, wenn sich das Textil möglichst luftig anfühlt. Als Angler muss man sich daher zunächst im Klaren darüber sein, welche Kriterien der Angelhandschuh erfüllen muss. Erst dann kann gezielt nach einem passenden Modell gesucht werden.

2.2 NASSFLIEGENFISCHEN

Bei vielen Angelarten ist es enorm wichtig, mit Sanftheit an die ganze Sache heranzugehen. Wer sich beispielsweise gerade beim Jiggen auf Zander befindet, muss viel Fingerspitzengefühl aufbringen und dieses unter Beweis stellen können. Der Handschuh darf einen dabei nicht einschränken: Gespürt werden muss nicht nur, wie der Köder am Grund aufsetzt sondern auch, wann der Fisch beißt – ansonsten wird man leider leer ausgehen. Als Angler muss man demnach bedenken, dass ein dickerer Angelhandschuh mit weniger Flexibilität einhergeht. Mit dünnen Handschuhen kann man seine Angelrute und das restliche Equipment jedoch sehr gefühlsvoll behandeln.

2.3 NYMPHENFISCHEN

Damit man sich beim Angeln wohlfühlt und sowohl seine Angelrute als auch die Fische und Köder wortwörtlich gut im Griff hat, sind die Größe und die Passform der Handschuhe enorm wichtig. Am besten eignen sich jene Modelle, die sich perfekt an die Hände anschmiegen – sprich, weder zu groß noch zu klein ausfallen. Wer beim Kauf den Tragekomfort außer Acht lässt, wird sich früher oder später mit seinem Paar rumärgern müssen.

2.4 STREAMERFISCHEN

Dass die Handschuhe früher oder später mit Schmutz übersäht sein werden, lässt sich kaum vermeiden. Durch das ständige Angreifen von Fischen und Ködern wird das Textil irgendwann auch unangenehme Gerüche annehmen. Um beides – Schmutz und Geruch – wieder beseitigen zu können, sollten die Handschuhe leicht zu reinigen sein. Ob ein Modell waschmaschinengeeignet ist oder nicht, sollte vor dem Kauf geprüft werden.

3 VORGEHENSWEISE / WURFTECHNIKEN BEIM FLIEGENFISCHEN

Wer im Fliegenfischen erfolgreich werden will – sprich, wer den ein oder anderen Fang landen möchte – wird nicht darum herumkommen, das richtige Werfen zu erlernen. Wie in anderen Sportarten auch, entscheidet die Technik über Erfolg und Misserfolg. Falls du Anfänger bist und noch keinerlei Erfahrungen mit dieser Königsdisziplin des Angels gesammelt hast, dann pass gut auf. Im Folgenden wird erklärt, wie du am besten vorgehen solltest, um den richtigen Wurf landen zu können.

3.1 So funktionierts

In der Startposition ist der individuell gewählte Rutenarm leicht angewinkelt. Die Spitze der Angelrute zeigt in Richtung Wasseroberfläche. Anschließend hebt man die Rutenspitze mithilfe einer fließenden Bewegung an und bewegt diese vor und zurück – aber immer zur Blickrichtung. 

Das Handgelenk sollte dabei nicht vor dem Stopp geöffnet werden. Man sollte sich nun ein Ziffernblatt einer Uhr vorstellen: Der Rückwurf sollte bei ein Uhr gestoppt werden und der abschließende Vorwurf bei etwa zehn oder elf Uhr. Erst danach senkt man seine Angelrute langsam auf neun Uhr ab. Dabei ausreichend Widerstand zu geben, ist sehr wichtig. Nur so kann sich die Angelschnur nämlich voll und ganz ausrollen. 

Auch die Fliege kann man damit leichter zielgerecht platzieren. Will man mit seinem Wurf eine größere Distanz erreichen, so muss man etwas zusätzliche Schnur (entweder im Schnurkorb oder aber in einer großen Schlaufe) in seiner Schnurhand bereithalten. In der Luft wird die Schnur dann so lange verlängert, bis die Angelrute gut „geladen“ ist – dann wird gestoppt. 

Beim abschließenden Vorwurf wird die Schlaufe, die sich in der Schnurhand befindet, freigegeben. Durch die Masse der Schnur können dermaßen hohe Beschleunigungskräfte wirken, sodass es dem Angler möglich ist, einen weiten Wurf (etwa 30 Meter) zu tätigen. Profis schaffen es sogar, noch weitere Distanzen zu erreichen.

fliegenfischen-ratgeber

3.2 Fliegenfischen Wurftechnik - Videoanleitung

3.3 DIE Größten FEHLER BEIM FLIEGENFISCHEN

Wie bei jeder anderen Sportart, treffen auch hier die beiden Sprüche: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ und „Übung macht den Meister.“ definitiv zu. Jeder, der sich schon im Fliegenfischen versucht hat, weiß, dass das Ganze schwerer ist, als es aussieht. Bis man die richtige Wurftechnik drauf hat und mit seiner Rute die ersten Fische landet, kann es eine Zeit lang dauern. Wer also ein Fliegenfischer-Meister werden möchte, sollte darauf Acht geben, die folgenden Fehler, die nun aufgezählt werden, unbedingt zu vermeiden:

  • Man nimmt sich nicht die nötige Zeit, um die richtige Technik zu üben.
  • Geduld ist beim Lernen ein Fremdwort – es muss alles so schnell wie möglich gehen.
  • Es wird eine falsche Ausrüstung (falsche Rolle, Rute, Schnur, Köder usw.) verwendet.
  • Man vergisst darauf, die Angelrute im richtigen Winkel zu halten.

Es wird darauf vergessen, die Schnur mit seiner Schnurhand loszulassen.

4 KÖDERARTEN

Auch wenn die Köder, die beim Fliegenfischen zum Einsatz kommen, als „Fliegen“ bezeichnet werden, bedeutet das nicht, dass hier zwingend immer mit echten Fliegen oder generell mit Insekten geangelt werden muss. Im großen Ganzen geht es bei dieser Angeltechnik schließlich darum, eine bestimmte Insektenart mittels spezieller Wurftechnik so gut als möglich zu imitieren – daher sollte man auch wissen, welche Krabbeltiere auf dem täglichen Speiseplan seiner Zielfische stehen.

Je nach Präferenz kann man sich bei der Wahl des Köders zwischen Wasser-, Flug-, Land- oder auch Fantasieinsekten entscheiden. Wer möchte, kann sich auch Imitate von kleinen Fischen, Säugetieren oder Amphibien an den Haken hängen. 

Im Handel erhältlich, sind unzählige Modelle. Für kreative und handwerklich begabte Köpfe bietet es sich auch an, seinen Köder selbst herzustellen – das Ganze wird als „Fliegenbinden“ bezeichnet. Der Fantasie sind dabei eigentlich keine Grenzen gesetzt. Man benötigt lediglich das passende Material.

Wer sich mit dem Fliegenfischen bereits auseinandergesetzt hat, weiß, dass es verschiedene Arten dieser Angeltechnik gibt. Bei jeder davon werden auch bestimmte Fliegen-Typen verwendet. So gibt es Trocken- oder Nassfliegen, Nymphen und Streamer, die als Köder zum Einsatz kommen.

4.1 TROCKENFLIEGEN

Diese Köderart ist aus Materialien wie Elch-, Reh-, Hirschhaar, Polypropylen, Antron, Schaumstoff oder aus den Federn des Entenbürzels gefertigt und kann (aufgrund seiner fettigen Beschaffenheit) an der Wasseroberfläche schwimmen. Trockenfliegen sollen Wasserinsekten wie Eintags-, Köcher-, Steinfliegen oder Mücken imitieren.

4.2 NASSFLIEGEN

Diese Modelle sollen bis knapp unter die Oberfläche des Wassers sinken und schlüpfende Insekteneier (z.B. Fliegenlarven) nachahmen. Eingesetzt werden sie vor allem beim Fischen von Seeforellen in Seen und Flüssen.

4.3 NYMPHEN

Diese Köder sind wahre Allrounder – sie können jedes Entwicklungsstadium eines jeden wirbellosen Lebewesens imitieren. Am besten eigen sie sich für das sehr langsame Fischen. Je nach gewünschter Wassertiefe, auf die sie herabsinken sollen, können die Nymphen bei Bedarf individuell mit einem Bleidraht beschwert werden.

4.4 STREAMER

Kunstköder und Streamer haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Beliebtheit dazugewonnen. Egal, ob Imitationen von kleinen Köderfischen, Amphibien oder Insekten – der Kreativität sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt. Auch bei der Größe der Köder und der Auswahl ihrer Materialien gibt es einen großen Spielraum. Je größer der Streamer, desto größer meist auch der Fang.

5 DIE RICHTIGE AUSRÜSTUNG ZUM FLIEGENFISCHEN

Wie beim herkömmlichen Angeln, ist auch beim Fliegenfischen das richtige Zubehör unerlässlich. „Gewusst wie!“ – so lautet hier das Motto. Gerade als Anfänger ist es jedoch nicht immer einfach, bei der Ausschau nach dem passenden Equipment sofort alles zu finden. Damit bei der Anschaffung deiner Fliegenfischer-Ausrüstung auch bloß nichts Wichtiges vergessen wird, kannst du dich an folgenden Punkten orientieren:

5.1 DIE RICHTIGE RUTE

Beim Fliegenfischen kann man entweder auf eine Einhand- oder auf eine Zweihandrute zurückgreifen. Letztere sind aber nichts für Ungeübte und werden daher normalerweise nur von Profis verwendet, die auf größere Fische am Meer angeln.

Fliegenruten haben sich im Laufe der Jahre kaum verändert – allerdings wiegen jene Modelle, die heutzutage üblicherweise verwendet werden, um einiges weniger. Moderne Kohlefaserfliegenruten bringen beispielsweise nur etwa 100g auf die Waage. Richtige Fliegengewichte also. Die Arten von Ruten werden meist nach ihrem Biegeverhalten unter Belastung (das Ganze wird als „Aktion“ bezeichnet) voneinander unterschieden.

RUTEN MIT SPITZENAKTION 
Diese Rutenart ist stark verjüngt, leicht und steif. Ihre Wurfaktion konzentriert sich auf den obersten Teil, weswegen sie einem auch einen schnellen Wurf abverlangt. Mit erstaunlicher Genauigkeit lässt sich die enge Schnurschlinge dann relativ weit werfen. Aufgrund ihrer komplexen Handhabung eignen sich Ruten mit Spitzenaktion jedoch nicht für Anfänger.

RUTEN MIT SEMIPARABOLISCHER AKTION 
Fast alle modernen Fliegenruten gehören dieser Kategorie an. Eine solche Rute biegt sich unter derselben Belastung bis etwa zur Mitte – das Ganze erfordert eine langsamere Aktion und eine breitere Schnurschlinge. Jedem Angler sollte es damit gelingen, ein durchschnittliches Wurfvermögen erzielen zu können.

RUTEN MIT VOLLPARABOLISCHER AKTION
Solche Ruten biegen sich bis zum Handteil. Gerade beim Trockenfliegen- und Nymphenfischen auf kurze Distanz werden diese Modelle gerne verwendet. Für weitere Würfe eignen sie sich jedoch nur bedingt.

RUTENLÄNGE 
Klassische Flussruten sind in der Regel mit ihren 1.8 bis 2 Metern Länge relativ kurz. Ihre Schnureinteilungen gehen von 2 bis 6. Eine Rute, die ein Schnurgewicht von 5 hat, wird als der Goldstandard schlechthin gesehen. Für stehende Gewässer kommen meist Fliegenruten mit 2.7 bis 3 Metern Länge zum Einsatz. Bootsangler greifen meist auf etwa 3 Meter lange Modelle zurück. Einem Anfänger wird häufig eine Rutenlänge von 2.5 bis 2.7 Metern empfohlen.

RUTENKLASSEN
Da es nicht DIE General-Rute für alle Fälle gibt, muss man seine Rutenklasse immer an seine individuellen Präferenzen und an sein persönliches Können anpassen. Die Rutenklassen 000 bis 4 werden beispielsweise gerne für den Fang von Friedfischen, Weißfischen und Fischen mit sehr weichem Maul herangezogen. Mit 5 und 6 wird Jagd auf Forelle, Saibling, Äsche und Renke gemacht. Die Klassen 7 und 8 eignen sich für Hecht, Karpfen sowie für kleine Lachse. Für große Lachse und Huchen werden Ruten der Klassen 9 und 10 verwendet. Großfische fängt man am bestem mit 11 bis 16 – in Kombination mit einer Zweihandrute. Als Einsteigermodelle bewährt, haben sich aber vor allem die Klassen 5 und 6.

GRIFF
Mit welchem Griff, der sich an der Rute befindet, man am besten zurechtkommt, sollte jeder selbst herausfinden. Generell haben Anfänger aber mit Zigarrengriff, der aus Korkmaterial besteht, relativ gute Karten. Mithilfe dieses Griffes können sie ihren Zeigefinger, der gleichzeitig auch die jeweilige Wurfrichtung angibt, nämlich sehr sauber halten.

PREISKLASSEN 
Fliegenruten sind in den unterschiedlichsten Preisklassen erhältlich. Gerade als Anfänger sollte man aber zuerst im mittleren Preissegment anfangen – man muss nicht gleich mit der teuersten und allerbesten Rute einsteigen. Die Wahl sollte daher auf eine gute Kohlefaserrute fallen. Doch auch hier können die Preise zwischen 100 und 2500 Euro schwanken. Im Vorhinein Vergleiche bei diversen Anbietern anzustellen, ist daher mehr als nur anzuraten.

Einen umfassenden Ratgeber und einen Vergleich der besten Fliegenruten findest du in unserem Fliegenruten Test.

TIPP 
Je größer der Fisch, den man gerne fangen möchte, desto höher gewählt werden, sollte die Schnur- bzw. Rutenklasse. Für einen schönen Hecht sollte es zum Beispiel eine 8er Fliegenrute sein, die mit einem etwas größerem Streamer- oder Nassfliegen-Köder bestückt ist. So lässt sich das Ganze besonders weit werfen.

5.2 DIE RICHTIGE ROLLE

Vorab sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Schnur nicht auf die Rolle angewiesen ist. Die Rolle hat lediglich die Funktion, die Schnur in sich zu halten. Auch hier ist es nicht einfach, eine Pauschalempfehlung für alle heraus zu geben – zu groß ist „leider“ die Auswahl an verschiedenen Modellen. Grob unterscheiden kann man aber zwischen einer Groß- und einer Kleinkernrolle. Außerdem gibt es Fliegenrollen mit oder ohne Bremse.

Großkern- oder Kleinkernrolle 
Erstere wickelt die Angelschnur in großen Schlaufen auf deine Rolle – so lassen sich die Entstehung von nervigen Kringeln oder Knoten in der Schnur gut verhindern. Genau dieses Manko weist nämlich die Kleinkernrolle auf. Rollen mit einem großen Kern überzeugen des Weiteren auch aufgrund ihrer deutlich besseren Übersetzung, da der Angler während des Drillvorgangs nicht so viel kurbeln muss. Ein Anfänger sollte daher auf eine Großkernrolle zurückgreifen.

Linkshänder oder Rechtshänder 
Viele Rollen lassen sich umbauen – je nachdem, ob man ein Links- oder Rechtshänder ist, kann man das Ganze an sich anpassen.

Deine Rolle benötigt:
viel Platz für die Schnur; ein Gegengewicht, um das Flattern der Spule zu minimieren; und einen breiten Rand, um die Spule gut anfassen zu können.

Rollengröße 
Wichtig ist außerdem, dass die Rolle stets zur Rute passen muss. Beispielsweise würde es wenig Sinn machen, eine sehr schwere und breitspulige Rolle mit einer leichten Rute zu kombinieren. In der Regel werden Flussrollen mit Schnüren der Gewichtsklasse 2 bis 6 bespult. Für kleine und ruhige Gewässer kommen Schnurgewichte von 6 und 7 zum Einsatz. Rollen für Meeresforellen, Lachse und das Fliegenfischen an Stauseen erfordern einen größeren Spulenplatz – nur so können Schnurgewichtsklassen von 8 bis12 aufgenommen werden können.

Preisklassen
In der Regel sind relativ gute Rollen bereits ab einem Wert von etwa 50 Euro erhältlich. Billigere Modelle haben aber leider oft ein sehr lautes Knarren, das sehr hinderlich sein kann.

Einen umfassenden Ratgeber und einen Vergleich der besten Fliegenrollen findest du in unserem Fliegenrollen Test.

TIPP 
Man sollte darauf achten, dass die Rolle das Gewicht der Rute entweder gar nicht oder nur minimal überschreitet. Die Trommel muss ebenfalls auf die Klasse der Rute abgestimmt werden. Außerdem sollte die Rolle ein Fassungsvermögen von mindestens 20 Metern aufweisen. Erfahrene Angler sind meist mit mehreren Ersatzspulen, die mit verschiedenen Schnüren „geladen“ sind, ausgestattet. So ist es ihnen möglich, die Schnüre individuell und schnell wechseln zu können.

5.3 Die richtige Schnur

Damit man eine ideale Wurfweite erreichen kann, muss man seine Rute mit der richtigen Fliegenschnur kombinieren. Vorab wichtig zu wissen: Schnur ist nicht gleich Schnur. Für welches Modell man sich beim Fliegenfischen entscheidet, muss immer vom Zielfisch, den man damit fangen möchte, abhängig gemacht werden. Die Wahl der Fliegenschnur kann nämlich über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Da es die Fliegenschnüre in den verschiedensten Gewichtsklassen, Längen, Profilen, Dichten und Farben gibt, ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Daher werden dir nun einige Aspekte aufgezählt, die es zu beachten gilt:

DAS SCHNURGEWICHT 
Die leichteren Schnüre bewegen sich in den Schnurklassen von 2 bis 5. Sie eignen sich für das Angeln an kleinen Flüssen, bei denen recht kurze und präzise Würfe gefragt sind. Damit gefangen, werden meist nur Friedfische, Weißfische und Fische mit einem sehr weichem Maul (Äsche, Renke). Die Klasse 5 bis 6 wird für den Fang von Forellen und Saiblingen verwendet. 

Für stehende Gewässer und reißende Flüsse sind Schnüre der Klassen 6 bis 9 empfehlenswert. Da es sich bei den Zielfischen hier meist um Hechten, Karpfen und kleinen Lachse handelt, müssen dem dementsprechend auch größere Fliegen-Köder verwenden werden. Möchte man Jagd auf Fänge wie große Lachse oder Huchen machen, so sollten Schnüre der Gewichtsklassen 9 bis 10 eingesetzt werden. Für das Fischen auf Großfische mit besonders schweren Fliegen (meist am Meer) bietet es sich an, Schnüre der Gewichtsklassen 11 und 16 aufzuspulen. Kombiniert wird das Ganze meist mit einer Zweihandrute.

DAS SCHNURPROFIL 
Da jedes Modell ein etwas anderes Wurfverhalten aufweist, ist es nicht egal, welches Profil die verwendete Schnur hat. Nimmt man eine Schnur im Handel in die Hand, sollte man einen Blick auf die Verpackung werfen. Die ersten beiden Buchstaben darauf geben nämlich Auskunft über das jeweilige Schnurprofil. 

Die gängigsten Modelle sind: die Keulenschnur, die nach vorne hin keulenförmig wird (WF = weight forward), eine doppelt verjüngte Schnur (DT = double taper) oder eine Schusskopfschnur (ST = shooting taper). Es gibt aber auch noch Schnüre, die auf ihrer gesamten Länge denselben Schnurquerschnitt aufweisen (L = 0 level). Weiteres gibt jene Modelle, die einen langen Bauch haben (LB = long belly), und jene, die einen länger gezogenen Fronttaper aufweisen (TT = triangle taper). Ersteres Schnurprofil (WF) ist jedoch das geläufigste.

DIE SCHNURDICHTE
Als Fliegenfischer kann man sich zwischen schwimmenden, schwebenden, langsam sinkenden, mäßig sinkenden und schnell sinkenden Angelschnüren entscheiden. Idealerweise sollte man jede Art davon zuhause haben – so kann man sich an das Verhalten seiner Zielfische optimal anpassen. Am häufigsten verwendet, werden allerdings die schwimmenden Schnüre. Im Handel sind diese meist relativ schnell anhand ihrer hellen Farbe erkennbar. Bei den dunkleren Schnüren handelt es sich meist um die sinkenden Modelle.

BACKING – DIE NACHSCHNUR
Das Backing wird auch als „Nachschnur“ oder „Sicherheitsschnur“ bezeichnet und dient dazu, den Rollkern künstlich zu vergrößern. Diese Schnurart wird an die Flugschnur und die Spule der Fliegenrolle mittels Knoten befestigt. Dadurch ist es nicht mehr nötig, die Schnur direkt an der Rolle anzubringen. Die Nachschnur liegt direkt auf der Rolle, wodurch sich gleichzeitig die Lage der Flugschnur erhöht. Der Vorteil ist, dass man so das Einkringeln der Schnur verhindern kann. Außerdem hält man sich mit dem Backing eine Leinenreserve – im Falle eines kapitalen Bisses – bereit. In der Regel wird für die Nachschnur ein gewöhnliches 0.4  Monofil gewählt, das eine Tragkraft von etwa 9 kg aufweist. Wem das nötige Kleingeld für dieses Equipment fehlt, kann auf eine normale geflochtene Schnur zurückgreifen.

Einen umfassenden Ratgeber zum Thema Fliegenschnur findest du in unserem Artikel „Schnur zum Fliegenfischen„.

5.3.3 Fliegenfischen Vorfach

Zwischen der Fliege und der Fliegenschnur wird das sogenannte „Vorfach“ benötigt – es ist ein sehr wichtiges Bindeglied.

MATERIAL 
Dieses besteht entweder aus einer Nylonschnur, aus Aramid-Fasern oder einer geflochtenen Schnur – häufig aus Flourcarbon. Der Vorteil an Letzterem ist, dass die Lichtbrechung von Flourocarbon der des Wassers sehr ähnelt. Somit nehmen die Fische solche Vorfächer schwerer wahr als jene, die aus Nylon gefertigt sind. Außerdem lässt die Dichte von Flourcarbon das Material leichter sinken.

LÄNGE
Je nach Angelmethode weist das Vorfach eine Länge zwischen 0.3 bis zu 6 Meter auf.

BESCHAFFENHEIT 
Das Besondere an einem Vorfach ist seine Beschaffenheit. Es ist um einiges dünner und viel unscheinbarer als die Schnur selbst. Weiteres steigt es proportional zur jeweiligen Schnurklasse.

STÄRKE 
Die Stärke des Vorfaches wird immer anhand der Rutenlänge und der Schnurklasse ausgewählt. Für die Schnurklasse 5 hat sich der Einsatz eines Vorfaches mit 0.16 bis 0.18 Millimeter bewehrt. Verwendet man die Schnurklasse 8, so ist man mit einem 0.25 mm Vorfach bestens ausgestattet. Wer gerne auf Raubfische angeln möchte, sollte sich für ein Vorfach, das aus Stahlseide gefertigt ist, entscheiden – diese sind nämlich bissfest.

TIPP 
Als Anfänger kann man auf ein etwas dickeres, konisches (gezogenes) Monofil-Vorfach zurückgreifen – dadurch wickelt es sich beim Wurf leichter von der Rolle ab. Das beliebteste Standard-Vorfach hat eine Länge von 9ft. (2.75 m) und besteht aus konisch gezogenem Nylon. Als bestes Allround-Vorfach dient eine Spitzenstärke von 0.18 mm.

6 FLIEGENFISCHEN LERNEN

Wer sich für das Fliegenfischen interessiert und das Ganze erlernen möchte, sollte sich im Internet oder bei Bekannten, Verwandten usw. informieren. Immer wieder werden Seminare, die meist an Wochenenden stattfinden, angeboten. In diesen ein bis zwei Tagen kann man die Grundlagen des Fliegenfischens und die dazugehörigen Wurftechniken erlernen. Die moderne Angelausrüstung, die heutzutage verwendet wird, lässt jeden Anfänger relativ schnell ein Gefühl für diese Angeldisziplin entwickeln.

Zunächst wird mit einem Trockentraining gestartet: man erhält eine Einführung in die grundlegende Theorie (Wurftechniken, Erklärung der verwendeten Geräte, Informationen zum Nahrungsspektrum der Fische usw.) In einer Gruppe werden dann – meist auf einer großen Wiese, einem See oder einem Teich – Grundübungen gemacht. Die Trainer zeigen dir das richtige Timing und die nötigen Bewegungsabläufe. Sobald das Werfen im Trockentraining gut funktioniert, kann das Erlernte in die nasse Praxis umgesetzt werden. In einer Kleingruppe wird sich langsam an das Angeln im Gewässer herangetastet – von den Kursleitern erfährt man hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Thema Fliegenfischen. Schritt für Schritt werden alle auftretenden Fragen beantwortet und bei Bedarf praktisch veranschaulicht.

Am Rande sei noch erwähnt, dass man für das Angeln auf nahezu allen Gewässern stets eine Fischerkarte, sowie die Erlaubnis des jeweiligen Gewässerbesitzers oder -pächters benötigt. Wenn du hierfür weiterführende Informationen brauchst, solltest du dich in jedem Fall bei dem Landesfischereiverband deines Bundeslandes erkundigen.

7 FAQ - FLIEGENFISCHEN

Wie geht Fliegenfischen?
Unter dem Fliegenfischen versteht man das Fangen eines Fisches mittels künstlicher Fliege. Erst das Gewicht der Angelschnur ermöglicht es dem Fischer, einen weiten Wurf zu tätigen. Diese Angeltechnik kann normalerweise an jedem beliebigen Gewässer praktiziert werden.

Warum Fliegenfischen?
Beim Fliegenfischen handelt es sich um eine sehr aktive Angeltechnik – Langeweile ist hier fehl am Platz. Man lernt, Herausforderungen zu meistern und auch den Umgang mit Misserfolgen. Außerdem ist es die schonendste Art, einen Fisch zu fangen.

Ist Fliegenfischen Raubfischangeln?
Nicht dirket – Nein! Beim Fliegenfischen lassen sich aber sowohl Fried- als auch Raubfische erbeuten.

Welches Vorfach beim Fliegenfischen?
Das Standard-Vorfach hat eine Länge von 2.75 Metern und besteht aus konisch gezogenem Nylon.

Welche Fliegenschnur für Anfänger?
Am besten geeignet ist eine Keulenschnur, also eine WF-Flugschnur (weight forward), die schwimmt. Gerade die Klassen 5 und 6 lassen sich besonders einfach werfen und kontrollieren.

Welche Rute zum Fliegenfischen?
Das ist individuell unterschiedlich – je nach Zielfisch und Expertise. Anfänger sind in der Regel am besten mit einer Rute, die eine semiparabolische Aktion aufweist, ausgestattet.

Ist Fliegenfischen schwer?
Grundsätzlich kann man die Grundlagen des Fliegenfischens und der dazugehörigen Wurftechniken an einem Wochenendseminar erlernen. Wie leicht oder schwer einem diese Angeldisziplin fällt, ist jedoch verschieden. Manche haben mehr Talent, andere eben weniger. Übung macht hier den Meister.

Wie lang ist mein Vorfach beim Fliegenfischen?
Als Faustregel lässt sich eines festhalten: die Länge des Vorfaches sollte mindestens der doppelten Gewässertiefe und in etwas derselben Länge wie die Rute entsprechen. Unter Umständen ist aber oft ein wesentlich längeres Vorfach erforderlich, da ein zu kurzes den Fangerfolg mindern könnte.

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