Spinnfischen

WAS IST SPINNFISCHEN?

Beim Spinnfischen versucht man mit Hilfe von Kunstködern Raubfische wie Hecht, Zander, Barsch und Wels zu fangen. Der Begriff Spinnfischen wird abgeleitet vom englischen Wort „to spin“, was so viel bedeutet wie „drehen, kreisen“. Ziel ist es den Kunstköder so durchs Wasser zu führen, dass er eine lebende Beute imitiert. Spinnfischen ist oft ein Geduldsspiel. Nur mit genügend Ausdauer und der richtigen Führungstechnik wird man beim Spinnfischen erfolgreich sein. Auf dieser Seite findest du alle nötigen Informationen, die du benötigst, um beim Spinnfischen Erfolg zu haben.

1 Welche Ausrüstung benötigt man zum Spinnfischen?

Im Gegensatz zu manchen anderen Angelarten ist die benötigte Ausrüstung, welche man zum Spinnfischen benötigt, recht überschaubar. Im folgenden Abschnitt erfährst du, was du zum Spinnfischen benötigst, um den ein oder anderen Fisch überlisten zu können.

1.1 Rute zum Spinnfischen

Beim Spinnfischen kommt in der Regel eine etwas kürzere Angelrute zum Einsatz, auch Spinnrute genannt. Durch die kürzere Länge der Rute wird zum einen Gewicht gespart und zum anderen wird ein besseres Handling gewährleistet. Ein weiterer Vorteil von kurzen Spinnruten liegt darin, dass man mehr Gefühl auf den Kunstköder übertragen kann und so einen echten Naturköder am ehesten imitieren kann. Als Faustregel kann gesagt werden: Je länger die Rute desto weniger Gefühl kann auf den Kunstköder übertragen werden.

Zum Spinnfischen eignen sich am besten einteilige oder zweiteilige Ruten mit einer Länge zwischen 1,80 m und 2,50 m. Teleskopruten sind zum Spinnfischen weniger geeignet, da diese meist 5 – 6 Unterbrechungen aufweisen. Dadurch kann man kein Gefühl mehr auf den Kunstköder übertragen und die Chancen einen Fisch zu überlisten verringern sich.

Weiters ist auch das Wurfgewicht der Spinnrute zu beachten. Profis schwören darauf, dass das Wurfgewicht immer auf den Köder abgestimmt sein muss. Das heißt, dass man nahezu für jede Gewichtsklasse des Köders eine eigene Rute benötigt, um den Köder optimal zu führen. Wer gerade erst mit dem Spinnfischen anfängt, dem empfehlen wir eine Spinnrute mit einem Wurfgewicht zwischen 40 – 60 g. Dadurch deckt man eine breite Palette an Ködern und Gewichtsklassen ab und kann auch noch genügend Gefühl auf den Kunstköder übertragen.

1.2 Rolle zum Spinnfischen

Am besten eignet sich eine kleine Stationärrolle mit Frontbremse. Ein wichtiger Punkt bei der Rollenauswahl ist die Bremse. Diese sollte reibungslos funktionieren und nicht aussetzen. Je nach Rutenlänge sollte eine 1000er, 2000er oder 3000er Rolle verwendet werden. Diese Zahlen stellen die Größe der Rolle dar.

1.3 Schnur zum Spinnfischen

Zum Spinnfischen eignet sich am besten eine dünne geflochtene Schnur, da sich diese kaum dehnt und sich somit positiv auf die Bisserkennung und Köderführung auswirkt. Die Schnurstärke sollte zwischen 0,12 mm und 0,16 mm liegen.

Viele Profis schwören auf grell eingefärbte Schnüre, da man bei Schnurbögen sofort den Biss erkennen und darauf reagieren kann. Da diese Schnüre auch für die Fische abschreckend wirken können, ist es ratsam eine Fluorocarbon-Schnur mit ungefähr 2 m Länge vorzuschalten. Diese sind nahezu unsichtbar für die Fische und erzeugen somit keinerlei Verdacht.

Spinnfischen Schnur

1.4 WEITERE GEGENSTÄNDE DIE MAN BENÖTIGT

2 Spinnfischen Montage

Die Montage beim Spinnfischen ist relativ einfach. An die geflochtene Hauptschnur wird im ersten Schritt ein Wirbel geknotet. Danach folgt das Vorfach, welches entweder eingeschlauft oder an den Wirbel angeknotet wird. Am Ende des Vorfachs befindet sich entweder ein Wirbel mit Karabiner oder ein Snap, in welchem der Kunstköder eingehängt wird.

Montage zum Spinnfischen

2.1 Vorfächer fürs Spinnfischen

Grundsätzlich unterscheidet man beim Spinnfischen zwei Arten von Vorfächern, nämlich Fluorocarbon- und Stahlvorfächer. Das Fluorocarbon-Vorfach ist im Wasser nahezu unsichtbar und sollte daher die erste Wahl sein, wenn man auf Barsch, Zander oder Forelle angelt. Leider sind Fluorocarbon-Vorfächer nicht Hechtsicher und können daher nur verwendet werden, wenn keine Hechte im Gewässer vorhanden sind. Wenn Hechte vorhanden sind, ist ein Stahlvorfach unabdingbar.

3 Spinnfischen Köder

Ein wichtiger Faktor, um beim Spinnfischen erfolgreich zu sein, ist der Köder. In diesem Abschnitt erfährst du, welche Köderarten es gibt und mit welchem Köder du am ehesten deinen Zielfisch überlistest.

Ködertabelle

Die Sterne sagen aus wie gut der jeweilige Köder für die jeweilige Fischart geeignet ist. 3 Sterne = bestens geeignet

3.1 Blinker

Der Blinker gehört zu den Klassikern unter den Kunstködern und hat sich im Laufe der Jahre einen guten Ruf unter den Spinnanglern erarbeitet. Dank der Biegung des Metalls pendelt der Blinker hin und her und simuliert somit einen kranken Fisch. Den Blinker gibt es in unterschiedlichen Formen und Größen. Aufgrund seines Gewichts sind auch weite Würfe möglich.

3.2 Spinner

Ein weiterer guter Kunstköder ist der Spinner. So mancher Angel-Neuling bezeichnet ihn aufgrund seines Aussehens auch als Blinker, was jedoch nicht korrekt ist. Beim Spinner ist die Metallschaufel nur an einem Punkt befestigt, was dafür sorgt, dass sich die Metallschaufel im Wasser dreht. Dadurch entstehen neben dem optischen Reiz auch kleine Druckwellen unter Wasser, was so für noch mehr Attraktivität sorgt.

3.3 Wobbler

Kaum einen Kunstköder gibt es in so vielen Variationen wie den Wobbler. Der Wobbler stellt einen Köderfisch nach und ist somit bei nahezu allen Raubfischarten sehr beliebt. Durch die Tauchschaufel, die meist am Mund des Köders angebracht ist, lässt sich erkennen, wie der Wobbler im Wasser reagiert. Beim Einholen drückt das Wasser auf die Tauchschaufel und lässt den Wobbler somit sinken oder steigen. Neben Form und Wassertiefe unterscheidet man Wobbler auch noch anhand der Sinkrate. Es gibt Wobbler die schnell sinken (sinkende), die auf der Stelle schweben (suspender) und schwimmende Wobbler. Diese tauchen beim Einholen unter, kommen bei Unterbrechung aber wieder auf die Wasseroberfläche.

3.4 Gummifische

Auch der Gummifisch ist bei nahezu allen Raubfischen sehr beliebt und immer wieder für eine Überraschung gut. Gummifische gibt es – ähnlich wie Wobbler – in allen möglichen Farben und Variationen. Anders wie bei den bereits beschriebenen Ködern lässt man Gummifische eher am Grund auf und ab taumeln. Dadurch wird einem verletzten / kranken Fisch, der am Gewässergrund auf und ab schwimmt nachempfunden, aber dazu später mehr.

3.5 Twister

Der Twister zählt zu einen der ersten Gummiködern überhaupt und ist auch heute noch bei dem ein oder andern Spinnangler die erste Wahl. Er zeichnet sich durch einen flatternden Schwanz aus und imitiert einen Wurm. Beim Einholen werden durch den Schwanz Druckwellen unter Wasser erzeugt, was die Räuber anzieht und zubeißen lässt. 

4 SPINNFISCHEN METHODIK

Beim Spinnfischen unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Vorgehensweisen, dem Ausharren und der aktiven Suche. Beim Ausharren verweilt man in der Regel auf einem Angelplatz und wirft den Kunstköder so lange rein und raus, bis ein Fisch anbeißt. Bei der aktiven Suche wechselt man ungefähr alle 10 – 15 Minuten den Angelplatz und versucht so, die Fische zu finden und letztendlich zu fangen.

5 Köderführung beim Spinnfischen

5.1 Einkurbeln

Die wohl mit am weitesten verbreitete Methode zum Spinnfischen ist das Einkurbeln. Hierbei wird durch gleichmäßiges Einholen der Schnur der Kunstköder ständig in Bewegung gehalten und berührt somit nicht den Grund. Mit der Einholgeschwindigkeit bestimmt man zum einen die Höhe des Köders und zum anderen kann auch das Verhalten des Köders beeinflusst werden. Wenn man beispielsweise einmal schnell kurbelt und dann langsamer, kann ein verletzter Fisch imitiert werden. Dadurch steigt die Attraktivität des Köders und somit die Wahrscheinlichkeit einen Raubfisch zu haken.

5.2 Zupfen

Eine weitere Möglichkeit den Köder zu führen ist das Zupfen. Hierbei wirft man den Köder aus und lässt ihn bis zum Gewässergrund absinken. Wenn der Köder am Grund angekommen ist, macht man mit der Spinnrute eine ruckartige Bewegung, sodass der Köder vom Gewässerboden aufspringt. Anschließend wird der Köder eingekurbelt.

5.3 Stufenartiges Zupfen / Jiggen

Das stufenartige Zupfen funktioniert in der Regel gleich wie das Zupfen. Der Unterschied liegt darin, dass man hierbei den Zupfvorgang ständig wiederholt. Das heißt, man lässt den Köder absinken, macht mit der Spinnrute eine ruckartige Bewegung, kurbelt ein wenig ein und man lässt den Köder wieder zum Grund absinken.

5.4 Schleifen

Bei dieser Art der Köderführung wird der Kunstköder – relativ langsam – direkt am Gewässergrund geführt und soll damit Beutefische imitieren, die entweder krank oder auf der Suche nach Nahrung sind. Am besten eignet sich diese Technik bei sandigem oder schlammigem Gewässerboden, da der Köder den Grund aufwirbelt und somit die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

6 Grundkurs Spinnfischen - Video

7 Zielfische beim Spinnfischen

Beim Spinnfischen angelt man in der Regel auf alle Räuber. Wer die einzelnen Fischarten jedoch gezielt beangeln möchte, sollte einiges beachten. Aus diesem Grund haben wir im folgenden Abschnitt die Vorlieben und Eigenheiten der einzelnen Fischarten ein wenig genauer beschrieben.

7.1 Spinnfischen auf Hecht

Der Hecht ist aufgrund seiner Kraft und Aktivität bei den meisten Spinnanglern sehr beliebt. Wer gezielt kapitale Hechte fangen möchte, sollte einen etwas größeren Köder wählen. Dadurch fängt man zwar weniger Fische, dafür aber die wirklich Großen, an die man sich lange erinnert. Am besten eigenen sich Wobbler, Gummifische oder Twister mit einer auffälligen oder glänzenden Farbe. Hechte halten sich gerne an den Uferbereichen eines Gewässers auf. Darum sollte man diese Bereiche gezielt anwerfen. Wie bereits oben erwähnt, ist beim Spinnfischen auf Hecht zwingend ein Stahlvorfach notwendig.

Hecht
Zander

7.2 Spinnfischen auf Zander

Beim Spinnfischen auf Zander gibt es einiges zu beachten. Zander lieben trübes Wasser mit einem hohen Nährstoffgehalt. Weiteres sind Zander eher nachts aktiv. Deshalb sollte man es eher in der Nacht versuchen. Besonders im Sommer kann dies einige Überraschungen bringen. Natürlich werden Zander auch tagsüber gefangen, aber die Chancen stehen deutlich schlechter. Außerdem ist beim Zanderangeln ein schneller Anschlag nützlich, da Zander sehr vorsichtig sind und den Köder schnell wieder auslassen, wenn sie einen Verdacht schöpfen. Zum Spinnfischen auf Zander eignen sich am besten Wobbler oder Twister.

Spinnfischen

7.3 Spinnfischen auf Barsch

Auch der Barsch ist bei vielen Spinnanglern sehr beliebt. Er wird am häufigsten mit Spinnern, Twistern, oder Gummifischen gefangen. Die Ködergröße sollte zwischen 6 – 8 cm liegen. Es können natürlich auch größere Köder verwendet werden. Dann ist halt mit weniger Bissen zu rechnen. Barsche können überall gefangen werden, da sie nicht recht wählerisch sind. Dennoch gibt es einige Stellen, an denen sie sich besonders gern aufhalten wie: Stege, Kanten, Brücken und Baumstämme.

7.4 Spinnfischen auf Wels

Eine besondere Art des Spinnfischens ist das Spinnfischen auf Wels. Durch die Größe und Kraft dieser Fischart ist eine spezielle Rute sowie eine äußerst stabile Rolle empfehlenswert. Weiters sollte man den Köder etwas größer wählen. Am ehesten funktionieren Blinker und Gummifische, die ordentlich Lärm machen und starke Druckwellen erzeugen. Die beste Zeit, um einen Wels zu fangen, ist das Frühjahr. Hotspots sind versunkene Bäume, Krautfelder und unterspülte Bereiche im Uferbereich. Man sollte den Köder so nah wie möglich an den oben genannten Bereichen vorbeiführen, da Welse in den genannten Unterschlüpfen auf ihre Beute warten, die vorbeischwimmt.

Wels

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