Karpfenangeln

WARUM KARPFENANGELN?

Es gibt wohl kaum ein schöneres Gefühl als von einem Bissanzeiger geweckt zu werden, der meist nicht mehr aufhört zu kreischen bis man den Anschlag gesetzt hat. Danach wird alles ruhig und man konzentriert sich nur noch auf das Knarren der Rolle und die Biegung der Rute. Wenn dann alles gut gegangen ist, kann man nach einem aufregenden Drill einen schönen Karpfen über den Kescherrand führen und ein unbeschreibliches Gefühl macht sich breit.

Dieses unbeschreibliche Gefühl alles richtig gemacht zu haben, von der Platzwahl über den Drill bis hin zum Keschern, machen das Karpfenangeln so besonders.

In diesem Artikel erfährst du, worauf es beim Karpfenangeln ankommt und wie auch du den ein oder anderen Fisch ans Band bekommst: Garantiert!

1 DER KARPFEN

Karpi, Karpe, Carp oder lateinisch Cyprinus carpio, der Karpfen hat viele Namen, da er rund um den Globus bekannt ist. Er erreicht eine Länge von bis zu 1,20 m und kann bis zu 40 kg schwer werden. Der schwerste Karpfen, der je gefangen wurde, hatte ein Gewicht von 51,2 kg. Doch was noch erstaunlicher ist, ist dass er vor Christus bei uns noch gar nicht bekannt war. Es waren die Römer, die den Karpfen eingeschleppt haben und somit eingebürgert haben. Es mag zwar sein, dass die Engländer das moderne Karpfenangeln erfunden haben, doch den Karpfen hatten wir zuerst.

Karpfen wurden schon vor Jahrhunderten domestiziert – kurz gesagt: gezüchtet – und kommen heute in der Wildform nur noch selten vor. Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedlichste Formen entwickelt, die sich wie folgt kategorisieren lassen:

  • Wildkarpfen
  • Spiegelkarpfen
  • Schuppenkarpfen
  • Zeilkarpfen
  • Nacktkarpfen
  • Graskarpfen
  • Koi Karpfen
Die weiteste Verbreitung hat der Karpfen im asiatischen Raum. In Europa nahm er von der Donau ausgehend nach und nach nahezu alle Gewässer ein. Eine besondere Eigenschaft des Karpfens ist seine Robustheit. Verliert er Schuppen, so wachsen sie nach und auch Wunden verheilen binnen kürzester Zeit. Wenn die Kiemen des Fisches feucht gehalten werden, überlebt er mehrere Stunden, ohne dabei einen Schaden zu nehmen. Zu guter Letzt sind es diese Eigenschaften, die den weltweiten Erfolgszug des Karpfens, den wir heute beangeln, ausmachen.
Schuppenkarpfen
Spiegelkarpfen
Graskarpfen

2 WORAUF KOMMT ES BEIM KARPFENANGELN AN?

„Da hast du aber wieder Glück gehabt“, ist eine geläufige Redewendung, die man als Angler häufig hört, wenn man stolz ein Foto seines letzten Fanges präsentiert. Natürlich gehört zu jedem Fang ein wenig Glück dazu, aber eben nur ein wenig. Glück beim Angeln bedeutet zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Allein mit den zwei Faktoren: Ort und Zeit, lässt sich das Glück stark beeinflussen. 

3 DAS RICHTIGE GEWÄSSER FINDEN

Bevor es mit dem Karpfenangeln losgeht, gilt es ein Gewässer ausfindig zu machen, in welchem ein nennenswerter Bestand an Karpfen vorhanden ist und wo auch das Angeln erlaubt ist. Um an diese Informationen zu gelangen, ist es sinnvoll sich vorab im Internet zu informieren, an welchen Gewässern in meiner Umgebung das Angeln erlaubt ist und an welchen nicht.

Als nächstes ist es sinnvoll die Gewässer – am besten an einem Wochenende – abzufahren und mit den Anglern vor Ort zu sprechen. Diese wissen meist Bescheid, ob Karpfen vorhanden sind und mit was für einer Durchschnittsgröße zu rechnen ist.

Gewässer zum Karpfenangeln

4 STELLENWAHL BEIM KARPFENANGELN

Nachdem ein geeignetes Gewässer gefunden wurde, sollte man mit der Stellenwahl beginnen. Es gibt einige relevante Stellen, auch Hotspots genannt, an denen sich Karpfen am liebsten aufhalten und fressen.

4.1 HOTSPOTS

Weitere Hotspots:

  • Plateaus
  • Kanten
  • Wasserzuläufe
  • Wasserabläufe

4.2 GOOGLE MAPS

Gerade an unbekannten Gewässern ist es hilfreich mit Google Maps zu arbeiten. Hier kann man das Gewässer von oben betrachten und potentielle Hotspots erkennen. Bei Gewässern mit klarem Wasser ist dies besonders nützlich, da man dadurch Seerosenfelder, Krautfelder und auch Plateaus – also Erhebungen des Gewässerbodens – sehr schön erkennen kann. Auch verengte Stellen des Gewässers, die die Fische passieren müssen, lassen sich mit Google Maps schnell ermitteln und somit hat man schon einmal eine gute Grundlage geschaffen, um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein.

4.3 INFOS DER ANGLER VOR ORT

Eine weitere Möglichkeit, um eine gute Stelle zu finden, ist die Kommunikation mit Anglern vor Ort. Sie können dir zum einen mitteilen, wo Karpfen am häufigsten gefangen werden und zum anderen noch weitere Infos und Tipps geben. Wie zum Beispiel etwa, mit welchem Köder man an diesem Gewässer am erfolgreichsten ist, ob die Karpfen eher am Tag oder in der Nacht beißen, ob der Wind eine entscheidende Rolle spielt oder aber auch wie viel gefüttert werden sollte.

Wichtig: Man sollte die Informationen, die man von anderen erhält, nur als Orientierung nutzen, da die meisten Angler nicht ganz ehrlich sind und Angst davor haben, dass ein Unbekannter mehr fangen könnte als sie selbst.

4.4 HOTSPOTS FINDEN

Die meisten Hotspots wie Krautfelder, Seerosenfelder, Wasserzuläufe und Wasserabläufe sind dank Google Maps und ein wenig Beobachtung schnell gefunden. Schwieriger ist es, die Spots unter Wasser, wie Kanten, Plateaus und versunkene Bäume zu finden. Hierzu ist es sinnvoll, das Gewässer mit einem Boot und einem Echolot abzufahren. Alternativ kann man auch mit einer Lotrute den Untergrund genauer begutachten.

Boot am Wasser beim Sonnenaufgang

5 SPUREN SUCHEN / FISCHE FINDEN

Nachdem man ein Gewässer gefunden hat und auch schon über die besten Stellen Bescheid weiß, geht es nun darum, die Fische zu finden. Hierzu ist es hilfreich, wenn man eine Polarisationsbrille und ein Boot besitzt. Dank der Polarisationsbrille sieht man bei klaren Gewässern bis zum Grund und kann so Fraßlöcher der Karpfen ausfindig machen. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass Karpfen an dieser Stelle fressen. Je nach Gewässer können mit der Polarisationsbrille auch Karpfen auf Sicht ausfindig gemacht werden, was ein gutes Zeichen ist, um seine Montage später abzulegen.

Eine weitere Möglichkeit, um Karpfen ausfindig zu machen, ist die Beobachtung. Karpfen haben die Angewohnheit häufig zu springen beziehungsweise zu buckeln. Je mehr Zeit man investiert, desto mehr wird man über die Karpfen und deren Zugruten erfahren. Stellen an denen Karpfen vermehrt springen, sind ideale Hotspots und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, den ein oder anderen Fisch an diesen Stellen zu haken.

6 ANFÜTTERN

Nachdem man geeignete Stellen gefunden hat, geht es darum, die Chancen auf einen Karpfen, durch gezieltes Anfüttern zu erhöhen. Bei einem unbekannten Gewässer ist es immer schwierig vorherzusagen, welche Futtermenge und Futterdauer nötig sind, um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein. Hier sollte man zunächst auf die Informationen, die man von den anderen Anglern erhalten hat, vertrauen.

Ich persönlich gehe bei neuen Gewässern immer so vor, dass ich auf ein mehrtägiges Vorfüttern verzichte. Erst beim Ablegen meiner Montagen werfe ich zwei bis drei Hände Futter um den Hakenköder. Diese Methode hat sich speziell bei kleineren Seen als recht erfolgreich bewährt.

Anfüttern beim Karpfenangeln

7 KÖDER

Karpfen sind sogenannte Allesfresser, dennoch gibt es einige Spezialitäten, mit denen wir sie eher an den Haken bekommen. Die besten Köder zum Karpfenangeln stelle ich dir im folgenden Abschnitt vor.

7.1 DER BOILIE

Wenn es einen echten Wunderköder für das Karpfenangeln gibt, dann ist es der Boilie. Der Boilie ist im Grunde nichts anderes als eine gekochte Teigkugel, die sich in der Regel aus verschiedenen Fischmehlen und Ei zusammensetzt. Karpfen lieben Boilies einfach, weil sie maulgerecht sind, gut schmecken, von anderen kleineren Fischen nicht bewältigt werden können und viel Energie geben. Boilies gibt es mittlerweile in allen möglichen Geschmacksvariationen. Welcher Boilie wo funktioniert, gilt es herauszufinden.

Eine Weiterentwicklung des Boilies ist der sogenannte Pop-Up-Boilie. Er ist im Grunde nichts anderes als ein schwimmender Boilie mit etwas anderen Inhaltsstoffen. Der Pop-Up kann meist bei schlammigen Gewässern den Unterschied machen, da der Köder nicht im Schlamm versinkt, sondern oberhalb des Schlamms präsentiert werden kann.

Häufig wird auch eine Kombination aus sinkendem Boilie und Pop-Up als Hakenköder eingesetzt – auch Snowman genannt. Dies hat den Vorteil, dass der Hakenköder am Gewässergrund hin und her taumelt und somit mehr Aufsehen erregt.

Boilies
Boilies
Pop-Ups
Pop-Ups

7.2 PARTIKEL

Mais

Mais

Der gelbe Zuckermais aus der Dose ist Dank seiner Farbe und des Geschmacks für Karpfen ein absoluter Gaumenschmaus. Allerdings sehen das andere Weißfische, wie Brassen und Co. genauso. Um gezielt auf Karpfen zu angeln, sollte man daher auf aufbereiteten Hartmais zurückgreifen. Dieser wird von den Weißfischen weniger gern gesehen.

Tigernüsse

Tigernüsse

Einen weiteren Leckerbissen für Karpfen stellt die sogenannte Tigernuss dar. Die Tigernuss wird aufgrund ihrer Härte und Resistenz gegenüber Krebsen und anderen Plagegeistern von vielen Karpfenanglern als besserer Boilie angesehen.

 

Hanf

Hanfsamen

Die kleinen schwarzen Körner sind Dank ihres Ölgehalts und dem Sound, welchen sie verursachen, wenn sie zwischen den Schlundzähnen der Fische platzen, ein weiterer genialer Karpfenköder. 

7.3 FROLIC

Zu guter Letzt ist auch noch das beliebte Hundefutter „Frolic“ ein Köder, der von Karpfen geliebt wird. Nachteil dieses Köders ist jedoch die Haltbarkeit am Haar. Frolic eignet sich hervorragend für kurze Ansitze, bei dem die Montage nicht länger als vier Stunden am Gewässerboden liegt, da Frolic im Wasser sehr weich wird und die Gefahr besteht, dass sich der Köder vom Haar verabschiedet.

Frolic

8 TACKLE / DAS BENÖTIGST DU ZUM KARPFENANGELN

Um erfolgreich auf Karpfen zu Angeln, darf das geeignete Tackle (Ausrüstung) nicht fehlen. Diese Sachen benötigt man zum Karpfenangeln:

8.1 Karpfenrute

Eine gute Karpfenrute muss zum einen ordentlich Rückgrat haben, um damit auch schwere Bleie werfen zu können und zum anderen muss sie weich sein, um die Fluchten des Fisches abfedern zu können. Die Länge wird bei Karpfenruten meist in ft angegeben. Am weitesten verbreitet sind Ruten mit einer Länge von 12 ft, was 3,60 m entspricht. Wer öfter mit dem Boot unterwegs ist, sollte aber eher zu einer etwas kürzeren – 10 ft – Rute greifen, da diese deutlich einfacher zu handhaben sind. Das Wurfgewicht einer Karpfenrute wird meist in lbs angegeben, was die Testkurve der Rute darstellt. In der Regel liegt die Testkurve von Karpfenruten zwischen 2,5 lbs und 3,5 lbs, was umgerechnet 71 g bis 99 g entspricht.

Je weniger lbs eine Karpfenrute aufweist, desto weicher ist sie und umso mehr Spaß macht sie im Drill. Wer oft in hindernisreichen Gewässern angelt, sollte jedoch auf eine etwas stabilere Rute mit mindestens 3 lbs zurückgreifen, um so mehr Druck auf den Fisch aufbauen zu können um ihn von Hindernissen fernzuhalten.

8.2 Karpfenrolle

Für das Karpfenangeln empfiehlt sich eine etwas größere Stationärrolle oder eine Freilaufrolle. Freilaufrollen haben den Vorteil, dass die Bremse nicht jedes Mal justiert werden muss. Die Rolle sollte robust sein und die Bremse sollte einwandfrei funktionieren.

Weiteres sollte man auf die Schnurfassung achten. Nicht selten befindet sich der Hotspot 150 m – 200 m vom Ufer entfernt.  

8.3 Kescher & Abhakmatte

Um den Karpfen sicher zu landen, benötigt man einen ausreichend großen Kescher. Die Bügellänge sollte mindestens 100 cm betragen und er sollte sich auseinandernehmen und aufrollen lassen, um den Fisch auch ins Boot oder auf die Abhakmatte heben zu können. Da beim Karpfenangeln Catch and Release im Vordergrund steht, sollte auch eine gut gepolsterte Abhakmatte zur Standardausrüstung eines jeden Karpfenanglers gehören.

Die Abhakmatte dient dazu, den Karpfen nach der Landung zu versorgen und an Land vor Steinen und Dreck zu schützen. Weiteres wird die Abhakmatte auch zum Zurücksetzen des Fisches verwendet.

8.4 Schnur

Karpfenschnur

Zum Karpfenangeln eignet sich am besten eine monofile Schnur, da sich diese dehnt. Dadurch wird gewährleistet, dass der Haken nicht so leicht ausschlitzt und der Karpfen sicher gelandet werden kann. Die Schnurstärke sollte 0,30 mm nicht unterschreiten und sehr abriebfest sein.

Wer häufig auf Distanzen über 150 m angelt, sollte eine geflochtene Schnur verwenden oder zumindest vorschalten, da diese nahezu keine Dehnung aufweist und somit die Bissanzeige noch halbwegs ordnungsgemäß funktioniert. Bei dieser Variante sollte man den Fisch eher sanft drillen, um ein Ausschlitzen zu vermeiden.

8.5 Swinger / Hänger

Swinger

Ein Swinger oder Hänger sorgt für die Bissanzeige bei einem Fallbiss. Das heißt, wenn ein Karpfen den Köder aufnimmt und in die Richtung des Angelplatzes schwimmt, wird ein Biss angezeigt. Einerseits optisch, indem der Swinger / Hänger nach unten fällt und andererseits auch akustisch, da sich die Schnur durch das Gewicht des Swingers / Hängers bewegt und somit den Bissanzeiger auslöst.    

Ohne einen Swinger oder Hänger ist eine Fallbissanzeige kaum möglich. Dies führt dazu, dass man viele Fische aufgrund der fehlenden Bisserkennung verpasst beziehungsweise verliert. 

8.6 Tackle Box / Kleinteile

Tacklebox

In der Tackle Box befinden sich alle Kleinteile, die man beim Karpfenangeln so benötigt. Wie etwa: Boilienadel, Boiliestopper, Haken, Vorfachschnüre, Bleie, Wirbel, Safety-Clips, Schere etc.

8.7 Rutenhalter

Da man beim Karpfenangeln meist mit zwei oder drei Ruten gleichzeitig fischt, ist es unmöglich diese in der Hand zu halten. Dafür kommen Rutenhalter zum Einsatz. Entweder man entscheidet sich für einfache Banksticks, die einfach in den Boden gesteckt werden oder aber man verwendet ein Rod Pod, welches bis zu 4 Ruten gleichzeitig halten kann.

8.8 Bissanzeiger

Bissanzeiger zum Karpfenangeln

Auch ein Bissanzeiger darf beim Karpfenangeln nicht fehlen, da man meist am Wasser schläft und nicht die gesamte Nacht wachbleiben möchte, um auf die Rutenspitze zu schauen. Bissanzeiger gibt es in unterschiedlichen Variationen und Preisklassen. Am idealsten sind jene, die mit einer Funkbox verbunden werden können. So verpasst man garantiert keinen Biss, auch wenn man mal abseits des Angelplatzes auf Erkundungstour ist.

8.9 Kopflampe

Kopflampe

Um auch in der Dunkelheit die Fische sicher landen zu können, gehört eine gute Kopflampe zum Standardequipment eines jeden Karpfenanglers. Die Kopflampe sollte ein gutes Licht abwerfen und wasserdicht sein.

8.10 Karpfenstuhl

Karpfenstuhl

Da auch das Sitzen und Entspannen beim Karpfenangeln nicht zu kurz kommen sollte, ist ein guter und bequemer Karpfenstuhl unabdinglich. Der Stuhl sollte zumindest eine Rückenlehne haben und die Beine sollten verstellbar sein. Durch die verstellbaren Beine kann man den Stuhl auch auf einem unebenen Untergrund gerade aufstellen und somit bequem sitzen.

8.11 Karpfenzelt / Karpfenschirm

Karpfenzelt

Da man beim Karpfenangeln meist am Wasser nächtigt, sollte ein gutes Zelt beziehungsweise ein ausreichend großer Schirm nicht fehlen, um auch vor Regen geschützt zu sein. Die Wassersäule des Zeltes beziehungsweise des Schirms sollte mindestens 10.000 mm betragen. Bevor man sich ein Zelt beziehungsweise einen Schirm anschafft, sollte man sich unbedingt über die gesetzlichen Regelungen erkundigen. In manchen Bundesländern sind keine Zelte erlaubt und in anderen nur Zelte ohne Boden beziehungsweise Schirme.

8.12 Karpfenliege / Schlafsack

Karpfenliege

Um die Nächte am Wasser so gemütlich wie nur möglich zu verbringen, ist eine gute Liege und ein guter Schlafsack unabdinglich. Bei der Liege sollte man auf eine stabile Rahmenkonstruktion und eine gute Polsterung achten. Der Schlafsack sollte atmungsaktiv sein und gut warmhalten. Ideal sind sogenannte 4 Jahreszeiten Schlafsäcke. Diese können das ganze Jahr über verwendet werden und sorgen dafür, dass man auch bei niedrigen Temperaturen nicht friert.

9 MONTAGEN ZUM KARPFENANGELN

Nachdem das nötige Tackle und die richtigen Köder gekauft wurden, geht es nun darum, die richtige Montage zu finden, damit man den ein oder anderen Fisch überlisten kann.

9.1 Inline Blei Montage

Inline Blei Montage

Die ideale Allround Montage für nahezu jedes Gewässer.

9.2 safety clip Montage

Safety Clip Montage

Die sichere Alternative zur Inline Blei Montage.

9.3 LaufbleiMontage

Karpfenmontagen - Laufbleimontage

Der Konterpart zur Inline Blei Montage.

9.4 Helicopter Montage

Karpfenmontagen - Helicopter Montage

Die ideale Montage für schlammigen Untergrund.

10 RIGS FÜRS KARPFENANGELN

Nachdem die richtige Montage gefunden wurde, ist es an der Zeit sich für ein Rig zu entscheiden. Im folgenden Abschnitt werden die besten Rigs zum Karpfenangeln erläutert.

10.1 No-Knot Rig

Das Standard Rig zum Karpfenangeln. Es bietet die Grundlange zu allen weiteren Karpfenrigs. Das No-Knot Rig kommt in der Regel in Kombination mit einer Festbleimontage oder Inline Montage zum Einsatz.

10.2 Line Aligner Rig

Line Aligner Rig

Das adaptierte No-Knot Rig mit einem noch besseren Hakeffekt. Durch den kleinen Gummischlauch am Hakenende ermöglicht dieses Rig eine perfekte Drehung des Hakens in die Unterlippe des Karpfens.

10.3 Snowman Rig

Snowman Rig

Der Klassiker, wenn es darum geht, dicke Fische zu fangen. Beim Snowman-Rig taumelt der Hakenköder am Gewässergrund umher und sorgt so für mehr Attraktivität.

10.4 D-Rig / Stiff Rig

Karpfenangeln D-Rig

Wer gerne mit Pop-Ups angelt, sollte dieses Rig unbedingt getestet haben. Es wird im Gegensatz zu den vorher gennannten Rigs mit einer monofilen Schnur gebunden.

10.5 Blowback Rig

Karpfen Rigs - Blowback Rig

Das Anti-Blow-Out Rig oder Blowback Rig hakt sicher und zuverlässig. Durch den Ring wird gewährleistet, dass der Köder nur noch schwer ausgeblasen werden kann.

11 DAS AUSWERFEN / ABLEGEN

Ein weiterer wichtiger Punkt um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein, ist das richtige Auswerfen beziehungsweise Ablegen. Um sicherzustellen, dass sich das Rig und die Montage nicht verheddern, sollte man beim Auswerfen beziehungsweise beim Ablegen mit höchster Präzision vorgehen. Es gibt wohl kaum was Schlimmeres, als dass sich Rig und Montage beim Auswerfen beziehungsweise beim Ablegen verheddern und sich somit der Karpfen nicht haken kann.

11.1 DAS RICHTIGE AUSWERFEN

Wer mit einem geflochtenen Vorfach angelt, sollte sofern kein Boot zum Ablegen vorhanden ist, mit PVA-Sticks arbeiten. Die Sticks werden einfach auf das Rig gezogen und sorgen dafür, dass sich das Vorfach beim Auswerfen nicht verheddert.

Alternativ empfiehlt sich zum Auswerfen ein Vorfach mit monofiler Schnur zu verwenden. Monofile Vorfächer sind im Gegensatz zu geflochtenen Vorfächern viel steifer und sorgen dafür, dass sich beim Auswerfen nichts verheddert.

Auswerfen beim Karpfenangeln

11.2 Das richtige Ablegen

Die ideale Voraussetzung um Verwicklungen vorzubeugen ist das Ablegen vom Boot aus. Dabei ist es egal, ob mit monofilem oder geflochtenem Vorfach geangelt wird. Beim Ablegen vom Boot aus gehe ich so vor, dass ich die Rute mit aufs Boot nehme. Am Spot angekommen nehme ich nun die Rute in die Hand und deaktiviere die Rücklaufsperre der Rolle. Das Rig führe ich dann sorgsam zum Grund, indem ich mit einem leichten Schwung zur Seite das Rig aufs Wasser treffen lasse. Anschließend führe ich die Rute beim rückwärts Kurbeln entgegen des Vorfachs. Verwicklungen sind so völlig ausgeschlossen.

Ablegen beim Karpfenangeln

12 WAS KARPFEN BEWEGT

Das Verhalten von Karpfen wird vor allem durch äußere Einflüsse bestimmt. Diese Einflüsse können wir uns zunutze machen, indem wir wissen, wie Karpfen auf die verschiedenen Faktoren reagieren. In diesem Abschnitt erfährst du, was die meiner Meinung nach wichtigsten Einflussfaktoren sind und wie man sie beim Karpfenangeln nutzen kann, um erfolgreich zu sein.

12.1 Temperatur

Ein wichtiger Faktor, um die Chancen bei Karpfenangeln zu erhöhen, ist die Temperatur. Am meisten mögen es die Rüssler, wenn die Temperatur über einen längeren Zeitraum konstant bleibt. Aus diesem Grund verbringen die Karpfen ihren Winter meist an tieferen Stellen des Gewässers, wo die Temperatur konstant um 4 Grad liegt. Starke Temperaturschwankungen sind hingegen kein gutes Zeichen für einen Fangerfolg, da diese zu den schlimmsten Stressfaktoren für Karpfen zählen.

Temperatur beziehungsweiße Thermometer

Wenn die Temperatur im Frühling auf ungefähr 12 Grad ansteigt, suchen die Karpfen die flachen Zonen eines Gewässers auf und man hat gute Chancen einen Fisch ans Band zu bekommen. Man sollte trotzdem immer beachten, dass sich die Fische in jedem Gewässer ein wenig anders verhalten. Deshalb sollte man stets eine Rute etwas tiefer legen, um den Aufenthaltsort der Karpfen festzustellen.

Im Sommer hängt der Erfolg größtenteils vom Sauerstoffgehalt des Gewässers ab. Aber grundsätzlich kann gesagt werden, dass man die Fische überall fängt. In flachen Bereichen als auch in etwas tieferen Bereichen. Auch hier sollte man durch Streuung der Ruten zuerst die Fische ausfindig machen und dann gezielt die erfolgreiche Tiefe beangeln.

Im Herbst sind es eher wieder die etwas tieferen Stellen, die zu einem Erfolg beim Karpfenangeln führen. Eine Wassertemperatur von rund acht Grad ist ideal, um noch mal den einen oder anderen Fisch als Saisonabschluss ans Band zu bekommen.

12.2 Wind

Ein weiterer wichtiger Faktor, um erfolgreich auf Karpfen zu angeln, ist der Wind. Weht ein starker Wind so bringt er viel Sauerstoff ins Wasser und er sorgt für Unterströmungen. Dies bringt auch den dicksten Karpfen dazu, sich zu bewegen und der Energieverbrauch der Fische steigt. Dadurch werden die Fische wieder hungrig und sie beginnen zu fressen. An vielen Gewässer gilt die Regel, dass die Fische immer mit der Windrichtung ziehen. Aus diesem Grund sollte man sich immer an das dem Wind zugewandten Ufer setzten.

Wind auf der Wasseroberfläche

12.3 Regen

Gerade in heißen Sommerphasen bringt Regen wieder Sauerstoff ins Wasser und die Fische werden aktiviert. Speziell die Pausen zwischen den Regenschauern oder die Tage danach sind ideal um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein.

Weiter Einflussfaktoren:

  • Angeldruck
  • Luftdruck
  • Mondphasen
  • Wasserstände
  • Trübung
Regen

13 Karpfenangeln am See - Video

14 FAQ - Karpfenangeln

Was braucht man zum Karpfenangeln?
Zum Karpfenangeln benötigt man eine Vielzahl an Ausrüstung, die im Abschnitt „Tackle / Das benötigst du zum Karpfenangeln“ genauer beschrieben wird.

Welche Schnurfarbe beim Karpfenangeln?
Am besten ist es, wenn die Schnurfarbe der Gewässerfarbe ähnelt. Viele Karpfenangler schwören auch auf Flurocarbon Schnüre, da diese fast unsichtbar im Wasser sind.

Welche Rolle zum Karpfenangeln?
Am besten eignen sich größere Stationärrollen und Freilaufrollen. Siehe auch „Karpfenrollen“.

Wann ist es am besten auf Karpfen zu angeln?
Die beste Zeit, um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein, ist das Frühjahr.

Karpfenangeln ohne Anfüttern?
Karpfen kann man natürlich auch ohne Anfüttern überlisten. Man steigert die Chance auf einen Erfolg jedoch enorm, wenn vor dem Angeln oder zumindest am Angeltag angefüttert wird.

Welches Wetter zum Karpfenangeln?
Karpfen lieben es, wenn das Wetter über einen längeren Zeitraum konstant bleibt. Gerade nach längeren Hitzephasen kann auch Regen die Karpfen wieder zum fressen aktivieren und die Erfolgschancen erhöhen.

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